Kinomontag …

… im Schikander bei IL DIVO.
Die Idee, über Giulio Andreotti einen Film zu machen, ist ja lobenswert, aber hat auf 117 Minuten ihre Längen. Ansonsten stimmts für mich meistens, wie die NZZ schreibt *Sorrentino hat einen intelligenten Ausweg gefunden, um das Nicht-Darstellbare darzustellen*.

Wenn in der SZ (16.04.2009, 14:05) steht

*Es kommt auch der Augenblick, in dem sich die Haltung des Films als zutiefst fragwürdig entpuppt: Wenn Sorrentino das zerbombte Automobil des Staatsanwalts und erfolgreichen Mafiajägers Giovanni Falcone in Zeitlupe durch die Luft segeln lässt und die Szene als Lacher funktionieren soll, als Gag, der den korrupten Politzirkus zum x-ten Mal verwitzeln soll.*

„Il Divo“ produziert eine fatale Bewunderung für seinen Helden, in der Art: „Ist doch ein irrer, faszinierender Typ dieser machtgeile Gnom!“

dann hat Rainer Gansera den Film nicht ganz gesehen, weil *Bewunderung für Andreotti* ist in dem Film nicht zu sehen, eher hintergründige Geringschätzung, vor allen auch durch seine Frau.

GIBELLINA – IL TERREMOTO

Ein beängstigender Film. Man stelle sich vor, der eigene Wohnort fällt zur Gänze einem Erdbeben zum Opfer. Und nicht genug des Schreckens, Architeckten bauen diesen Ort in etwa 18km Entfernung wieder auf, ohne jedoch die überlebenden Bewohner miteinzubeziehen. Dafür lassen sie noch an den Plätzen, die viel zu groß geworden sind, Skulpturen aufstellen, mit denen die Bewohner nichts anfangen können.

Kinomontag

Nach einigem Überlegen zwischen *ALLE ANDEREN*, *CHE – REVOLUCIÓN / Teil 1* und *GIBELLINA – IL TERREMOTO* sind wir schließlich im Votivkino bei *Stilles Chaos* gelandet. Und das war auch richtig so – nach dem Italienurlaub ein italienischer Film. Vielleicht geht sich ja nächsten Montag noch *GIBELLINA* aus, der würde ja zum Sizilienurlaub passen.

Ich habe den englischen König bedient

Im Village Cinema in Wien Mitte. So richtig symphatisch ist mir das Kino nicht. Dafür hab ich auch gleich genügend Werbung und einige Filmvorschauen gezeigt bekommen, damit ich weiß, welche Filme ich mir besser nicht anschauen sollte.
Den Film möchte ich vorbehaltlos weiterempfehlen. Immer zu einer Überraschung aufgelegt, nie geradlinig, aber doch unbeirrt, macht sich der Regisseur über alle und alles lustig, aber durchaus verhalten. Eva meint, daß zuviel Kitsch wäre, das konnte ich nicht sehen, aber ich war schon lange nicht in so einem lustigen Film. Ein wenig erinnert er mich an den Schweijk. Großes tschechisches/slowakisches Kino.
Die Julia Jentsch kannte ich aus dem Film „Die fetten Jahre sind vorbei“, aber das ist schon bald 5 Jahre her.

Kinomontag

Bei Gangster Girls im Stadtkino, um 18:00. Ich hatte vorher einen Kommentar zum Film gelesen, und befüchtet, daß da über das Personal hergezogen wird, das war aber nicht der Fall. Die Leute (Insassinnen) haben eigentlich bloß ihre Alltagsprobleme „theatergespielt“, und das eigentlich sehr gut.
Man sieht, wie Leute (Frauen) wegen Eigentumsdelikten von ein paar hundert Euro für ein paar Jahre weggesperrt werden, und kann sich nicht vorstellen, daß damit irgendwem geholfen ist.
Wie die Stadkino-Zeitung schreibt: Schöne Bilder von schiachen Verhältnissen.
Und die Musik ist von eva jantschitsch.

Slumdog Millionär

Ein guter Film, und eben auch gut gemacht. Die ganze Handlung spielt als Rückblende während einer Millionenshow in Indien, wo sich der spätere Gewinner an sein früheres Leben erinnert, und wechselt mit dem Gewinn wieder in die Jetztzeit zu einem kitschigen Happyend fürs indische Publikum.
Die NYT hat auch nett über dem Film berichtet.

Erinnert sich noch jemand, daß im Jahr 2006 Indien das Gastland der Frankfurter Buchmesse war?

Passend dazu ein Bericht in Ö1 in den Tonspuren am Freitag, den 29. September 2006 über „Einen Mord hast du frei …“, Suketu Mehta und die Unterwelt Bombays.

Kinomontag …

aber dann doch nicht ausgenützt – „März“ im Filmhaus am Spittelberg wäre am Programm gestanden – vielleicht geht sichs nächste Woche aus.

Lemon Tree

Eva und ich waren endlich wieder einmal im Kino (in einem Lieblingskino von mir, nämlich im TOP-Kino in der Rahlgasse), und haben uns den Film „Lemon Tree“ angesehen – statt der versprochenen Originalfassung mit Untertiteln hats eine deutsche Synchronisation gegeben, ich denke mir, daß die originale Sprachmelodie öfters besser gepaßt hätte.
Im Ganzen hat der Film auf mich sehr beklemmend gewirkt, speziell der Schluß – nämlich kein „Happy End“, eher das Gegenteil – zurück bleibt den Protagonisten ein eingeschränktes Blickfeld.