{"id":766,"date":"2009-06-26T23:30:03","date_gmt":"2009-06-26T21:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/nagl.wordpress.com\/?p=766"},"modified":"2009-06-26T23:30:03","modified_gmt":"2009-06-26T21:30:03","slug":"ein-guter-kollege-verlast-das-zid","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nagl.hnd.at\/?p=766","title":{"rendered":"Ein guter Kollege verl\u00e4\u00dft das ZID"},"content":{"rendered":"<p>                    mein abschied von der WU<\/p>\n<p>liebe kollegInnen,<\/p>\n<p>  wie die meisten von euch schon mitbekommen haben: ich verlasse mit 30.6.<br \/>\ndie WU. was mir als relativ konservativer mensch nicht leicht faellt,<br \/>\ninsbesondere auch deshalb weil ich ich mit vielen von euch in den letzten<br \/>\njahren freundschaften geschlossen haben. gerade der galgenhumor mit dem ihr<br \/>\ndie unhaltbaren zustaende im ZID (neuerdings: IT-services) ertragen habt war<br \/>\nmir durchaus sympatisch.<\/p>\n<p>  jenseits aller sentimentalitaeten will ich diese abschiedsmail jedoch<br \/>\nnutzen um nochmals die motive fuer meinen abschied von der WU darzulegen.<\/p>\n<p>  letztlich geht es um die frage ob ich mich am morgen noch in den spiegel<br \/>\nschauen kann. ob ich ein nuetzliches mitglied der gesellschaft sein will<br \/>\noder ob ich mich an der verschwendung von steuergeldern im ZID mitbeteilige.<\/p>\n<p>  sicherlich haette auch die moeglichkeit bestanden widerstand zu leisten.<br \/>\naber ich denke ich habe mein moeglichstes versucht. wir waren beim<br \/>\nvizerektor und der hat letztlich die verschwendungspolitik gedeckt. zitat:<br \/>\n&#8222;der kleine nachteil vieler weit entfernter leute&#8220; (gemeint waren die<br \/>\nsteuerzahlerInnen) wird hier gerne in kauf genommen.<\/p>\n<p>  gerne wird auf der WU so getan als wuerde man &#8222;betriebswirtschaftlich&#8220;<br \/>\nhandeln. ich bin ja durchaus als jemand bekannt der marktwirtschaftliche<br \/>\ndogmen gerne in frage stellt. aber fuer die WU waere es tatsaechlich nicht<br \/>\nschlecht wenn ab und zu die wirtschaftlichkeit von projekten geprueft<br \/>\nwuerde? was bringt es sich 2 teure VOIP system zu kaufen die im wesentlichen<br \/>\ndas selbe tun? was bringt es sich exchange anzuschaffen obwohl die meisten<br \/>\nuserInnen das gar nicht wollen und obwohl ein funktionierendes mailsystem<br \/>\nvorhanden war? was hat es gebracht auf den lotus-notes hype aufzuspringen?<br \/>\nwas bringt ein ironport wirklich im vergleich zu den kosten und im vergleich<br \/>\nzu freien loesungen? etc..<\/p>\n<p>  die gegenueberstellung von kosten und nutzen waere mal ein anfang. aber<br \/>\ngenau das findet nicht oder kaum statt. <\/p>\n<p>  &#8222;was bringt denn uns das?&#8220; fragt der ZID leiter wenn wir mit der<br \/>\numwegrentabilitaet fuer die steuerzahlerInnen argumentiert haben. in der<br \/>\nprivatwirtschaft waere ein abteilungsleiter der so offen die interessen der<br \/>\neigentuemerInnen missachtet sicher nicht lange auf seinem posten. aber hier<br \/>\nsind die eigentuemer ja nur &#8222;sehr viele weit entfernte leute&#8220; und deren geld<br \/>\nist offensichtlich wohlfeil.<\/p>\n<p>  wie gesagt: es geht darum sich in den spiegel sehen zu koennen und zu<br \/>\nwissen dass man bemueht ist ein nuetzliches mitglied dieser gesellschaft zu<br \/>\nsein und nicht mehr schaden anzurichen als nutzen.<\/p>\n<p>  viele von euch versuchen weiterhin unter den widrigen umstaenden das beste<br \/>\naus der situtaion zu machen. und das finde ich tapfer und richtig. es hat<br \/>\nnatuerlich viel mit der speziellen situation in der AZI abteilung zu tun: wo<br \/>\ndie zerschlagung der bestehenden infrastruktur beschlossene sache ist und<br \/>\nauf absehbare zeit nur noch die abwicklung dieser ansteht. <\/p>\n<p>  vor die wahl gestellt, ob ich in dieser situtaion weiter gegen diesen<br \/>\nabbau wenig erfolg versprechenden widerstand leisten will, oder ob ich<br \/>\nwoanders hin gehe, wo aussicht auf vernuenftigere bedinungen besteht und<br \/>\nmeine qualifikationen zum aufbau vernuenftiger systeme benoetigt werden,<br \/>\nhabe ich mich natuerlich fuer das letztere entschieden.<\/p>\n<p> ich bin kein don quichotte der gerne gegen windmuehlen kaempft.<\/p>\n<p>  wir leben heute in einer welt in der es sich viele leute nicht aussuchen<br \/>\nkoennen wo sie arbeiten muessen um ihren lebensunterhalt zu bestreiten.<br \/>\nmenschen mit guter ausbildung, so wie die meisten hier im ZID, koennen es<br \/>\nsich aber durchaus noch in einem gewissen masse aussuchen. aus dieser<br \/>\nfreiheit resultiert meines erachtens auch eine besondere verantwortung: wir<br \/>\nduerfen uns nicht darauf ausreden, dass wir ja keine wahl hatten &#8230;<\/p>\n<p>wie wuerde das ZID idealerweise aussehen?<\/p>\n<p>1.) ein vernuenftiger umgang mit den steuermitteln. dort wo diese ausgegeben<br \/>\nwerden, werden kosten und nutzen abgewogen. natuerlich werden in solche<br \/>\nabwaegungen auch die umwegkosten und umwegnutzen fuer die oeffentlichkeit<br \/>\nmiteingerchnet. diese bezahlt den spass ja immerhin.<\/p>\n<p>2.) was sogar in der kapitalistischen privatwirtschaft inzwischen eine<br \/>\nselbstverstaendlichkeit ist haelt auch im ZID einzug: ein modernes<br \/>\nmanagement, das die faehigkeiten, die motivation und die kreativitaet der<br \/>\nmitarbeiterInnen als wertvollste resource erkannt hat und diese nach besten<br \/>\nkraeften foerdert und freiraeume schafft in dem sich die kreativitaet<br \/>\nentfalten kann. gerade dort, wo fuehrungskraeften entsprechendes eigenes<br \/>\nknow-how fehlt waere eine solche management-auffassung um so wichtiger.<\/p>\n<p>  neben den direkt verschwendeten mitteln ist es nocht trauriger mitansehen zu<br \/>\nmeussen wie menschliche moeglichkeiten vergeudet werden. der anfaengliche<br \/>\ngalgenhumor mit dessen hilfe die situation ertraeglich wurde der wird schell<br \/>\nzu resignation und bitterem zynismus. das will ich mir letztlich weder<br \/>\nmitansehen muessen noch will ich selber so enden.<\/p>\n<p>  und wie gesagt: die chancen dass sich hier in naechster zeit viel<br \/>\nverbessert sind eher gering und die moeglichkeiten entsprechenden einfluss<br \/>\nauszuueben um zu verbesserungen beizutragen ebenfalls.<\/p>\n<p>  naja. ich wuensche euch allen, dass sich die situation hier doch noch<br \/>\nirgendwie verbessert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mein abschied von der WU liebe kollegInnen, wie die meisten von euch schon mitbekommen haben: ich verlasse mit 30.6. die WU. was mir als relativ konservativer mensch nicht leicht faellt, insbesondere auch deshalb weil ich ich mit vielen von euch in den letzten jahren freundschaften geschlossen haben. gerade der galgenhumor mit dem ihr die unhaltbaren&#8230;<\/p>\n<p class=\"more-link-wrap\"><a href=\"http:\/\/nagl.hnd.at\/?p=766\" class=\"more-link\">Read More<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Ein guter Kollege verl\u00e4\u00dft das ZID&rdquo;<\/span> 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